Herzforschung auf der Bühne und auf allen Ebenen: Philosophy On Stage #6: Notebook of the Heart ist ein viertägiges Forschungs-Lab zwischen Kunst und Philosophie, in dem das Publikum eingeladen ist, an crosskultureller Forschung über das Herz teilzunehmen. Forscher*innen aus Indien, Europa und Nordamerika aus den Bereichen Kunst, Philosophie, Kardiologie und Quantenphysik bringen ihre Expertisen über die pulsierenden Realitäten des Herzens auf die Bühne des brut nordwest und vermitteln so einen Geschmack und ein gemeinsam geteiltes Gefühl für rhythmisch vibrierende Materien: vom Pulsschlag des menschlichen Herzens über kosmische Herzschläge bis zum Puls der Erde, mit dem sich alle Lebewesen in Übereinstimmung bringen. Übrigens: Das englische Wort „accordance“ (Übereinstimmung) stammt vom lateinischen „ad-cor/dia“ und bedeutet wörtlich „Herzen zusammenführen“. Ist das nicht eine schöne Wortfügung? So soll es sein: Herzlich willkommen!
Die Veranstaltung beginnt am ersten Abend mit der Aufnahme von Herzschlägen aus dem Publikum als Grundlage für die folgenden Lecture-Performances. An den nächsten beiden Tagen beginnt das Forschungs-Lab jeweils am Vormittag mit Körperarbeit und Lesungen aus den persönlichen „Herz-Notizbüchern“ der cARE-Forscher*innen. Nach dem Lunch folgen zwei Lecture-Performances und ein Speakers’ Corner, wo auch Stimmen aus dem Publikum eingeladen sind, das Wort zu ergreifen. Abends finden Performances statt, außerdem gibt es permanente Installationen, die im Rahmen des mehrjährigen Forschungsprojekts Philosophie der Kunst : Kunst der Philosophie entwickelt wurden.
Das Festival endet mit Musik, einem Film – Notebook of the Heart – und einem Key-Vortrag von Debashish Banerji, Professor für indische Philosophie, über die crosskulturelle Dimension des Herzens.
Zeitplan
Do. 09.04.
Fr. 10.04.
Sa. 11.04.
So. 12.04.
Arno Böhler ist habilitierter Philosoph und Artistic Researcher. Er lehrt Philosophie am Philosophischen Institut der Universität Wien und leitet derzeit das PEEK-Projekt Philosophie der Kunst : Kunst der Philosophie, das am ARC der mdw angesiedelt ist und vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) [grant DOI 10.55776/AR822] gefördert wird. Arno Böhler war Visiting Scholar an der Universität Bangalore, der Universität Heidelberg, der New York University und der Princeton University sowie Lehrender and verschiedenen Universitäten in Wien, Bremen und Berlin. Gemeinsam mit Susanne Valerie Granzer haben sie 1995 die Kulturwerkstatt baseCollective gegründet, in der die beiden neue Formate zwischen Kunst und Philosophie wie „Philosophy On Stage" und „arts-based-philosophy" gemeinsam erprobt und entwickelt haben. Philosophy On Stage #6 ist Teil dieser experimentellen Erprobung.
Patrick Beldio, MFA, PhD, ist Wissenschaftler und Dozent für vergleichende Theologie mit den Schwerpunkten Hinduismus, Sufismus und christliche Spiritualität. Er lehrt im Fachbereich Theologie und Religionswissenschaft der University of Scranton, ist Forschungsstipendiat am Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs der Georgetown University und Mitglied des Kernteams von Philosophie der Kunst : Kunst der Philosophie – einer interkulturellen Forschungsinitiative zur Rolle des Herzens in der künstlerischen Forschung und Performancephilosophie, gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds. Sein aktuelles Buch The Mother of the Sri Aurobindo Ashram: Co-Creator of the Integral Yoga (Bloomsbury, 2025) untersucht das transformative Vermächtnis von Mirra Alfassa (1878–1973), einer französisch-jüdischen Frau, die zu einem indischen Guru mit weltweiter Anhängerschaft wurde. Neben seiner akademischen Tätigkeit arbeitet Patrick Beldio als freischaffender sakraler Bildhauer. Seine Arbeiten befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen in den USA, Europa und Indien.
Sabina Holzer ist Tänzerin, Schriftstellerin und forscht im Feld der erweiterten Choreografie, wo sie interdisziplinäre Formate an der Schnittstelle von Performance, Schreiben und Theorie entwickelt. Als Absolventin der Hogeschool voor de Kunsten Amsterdam (SNDO) war sie viele Jahre international als Performerin tätig und publiziert seitdem zahlreiche Beiträge zu Performance, Theorie und Poesie. In ihren jüngsten Projekten widmet sie sich ökologischen Verflechtungen und spekulativen Zukunftsszenarien, die sie in „choreografischen Assemblagen" wie riverhood künstlerisch erfahrbar macht. Seit 2005 unterrichtet sie Tanz in unterschiedlichen Institutionen, seit 2015 verbindet sie diese Praxis mit Yoga (nach T. K. V. Desikachar) und ihrem Training nach Moshé Feldenkrais und Alon Talmi (SIB). Ihre Arbeiten und Kollaborationen wurden u. a. bei der dOCUMENTA (13), in der Secession Wien, im Tanzquartier Wien sowie im Wiener Volkskundemuseum gezeigt.
Susanne Valerie Granzer ist Schauspielerin und em. o. Professorin für Schauspiel am Max Reinhardt Seminar / Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). Von 2021 bis 2025 lehrte sie dort Ästhetik als Ethik. Parallel zu ihrer Schauspielkarriere (Wien, Basel, Frankfurt und Berlin) promovierte sie 1995 an der Universität Wien in Philosophie. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Fragen nach der Exponiertheit der Schauspieler*innen auf der Bühne und Performancephilosophie. Mit dem Philosophen Arno Böhler gründete sie die transdisziplinäre Forschungsgruppe baseCollective und das Festivalformat Philosophy On Stage. Derzeit ist sie Key-Researcherin im internationalen Forschungsprojekt unter der Leitung von Arno Böhler mit dem Titel Philosophie der Kunst : Kunst der Philosophie. Das Projekt wird vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) [grant DOI 10.55776/AR822] gefördert.
Johannes Kretz ist Komponist, Elektronikmusiker und Performer sowie künstlerischer Forscher. Er ist außerordentlicher Professor an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Leiter des künstlerischen Forschungszentrums ARC der mdw. Seit 2023 ist er Mitglied des Forschungsbeirats des Orpheus-Instituts in Belgien, seit 2024 Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für künstlerische Forschung. Seine Werke wurden u. a. im Nationaltheater Taipeh, beim Festival Ars Electronica, im Konzerthaus Wien, beim eclat Festival Stuttgart, im Klangforum Wien, mit Ensemble On Line, bei den Internationalen Lemgoer Orgeltagen, bei den Haller Bach-Tagen, mit dem Triton Posaunenquartett und dem Wiener Kammerchor in Europa sowie in Argentinien, Mexiko, Kanada, den USA, Japan, Südkorea, Taiwan, China, Usbekistan, Iran und Indien aufgeführt.
Florian Reiners ist Schauspieler und Professor für Sprachgestaltung am Max Reinhardt Seminar / Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er auch studierte. Seine Theaterarbeit umfasst Engagements am Schauspielhaus Leipzig, am Staatstheater Augsburg, am Schlossparktheater Berlin und an der Oper Köln. Er realisierte Formate wie Philosophy On Stage im Essl Museum und Future Box auf der Internationalen Konferenz für künstlerische Forschung Wien. Florian Reiners ist künstlerischer Forscher bei cARE. Er veröffentlichte 2022 Das gesprochene Bild. Die Methode „Bilder sprechen" zur künstlerischen Sprachgestaltung (Falter Verlag).
Yunus Tuncel ist Mitbegründer des Nietzsche-Kreises und Chefredakteur der dazugehörigen Online-Zeitschrift The Agonist. Er ist Autor von Towards a Genealogy of Spectacle (Eye Corner Press, 2011), Agon in Nietzsche (Marquette University Press, 2013), Emotion in Sports (Routledge, 2019), Nietzsche on Human Emotions (Schwabe, 2021), Flames of Passion (Beadle Books, 2022), Nietzsche, Gai Saber and Modernity (2024, Transnational Press of London) und The Devil Gave the Poison to Eros: Notebook E (Beadle Books, 2024). Zudem ist er Herausgeber von Nietzsche and Transhumanism (Cambridge Scholars Publishing, 2017) und Mitherausgeber von Nietzsche and Music (Cambridge Scholars Publishing, 2022). Seit 2005 arbeitet er mit Arno Böhler und Susanne Valerie Granzer an Projekten zu Nietzsche und Denker*innen auf der Bühne.
Aurelio (A. C. Hammer) lebt seit 1991 im internationalen Gemeinschaftsprojekt Auroville und ist Gründer*in und Kreativdirektor*in von SVARAM Sound Experience. Nach einer Ausbildung in Gitarre und Flöte leitet Aurelio international Workshops, Schulungen und Seminare zu integralen Klangstudien und -praktiken sowie zu integralen Yoga-Studien. Aurelio war u. a. 2015 am Chicago Art Center mit Lost Treasures of Central Asia zu sehen und zeigte im Sri Aurobindo Auditorium Arbeiten wie Scenes from Sri Aurobindo's Savitri (2015), Man, sole awake... (2017), Is it enough O' Spirit? (2019), Nachiketas (2021) sowie Usha and the Dawns to Come (2022). www.svaram.org
Jyoti Dogra ist eine in Mumbai lebende Theatermacherin. Ihre Arbeit wurde u. a. von Pro Helvetia (Schweizer Kulturstiftung), vom Goethe-Institut Neu-Delhi, von der Saison Foundation (Japan), vom Arts Council England, von Flinn Works Berlin, von baseCollective (Wien), von der India Foundation for the Arts, von der Prakriti Foundation und vom Serendipity Arts Festival gefördert. Ihre Stücke wurden auch außerhalb Indiens – in Tokio, Zürich, Bern, New York, Berlin, Warschau, London, Washington D.C., Singapur, Wien, Dhaka, Hongkong und Dänemark – aufgeführt. Jyoti Dogra war Gastdozentin an der National School of Drama in Neu-Delhi und lehrte und inszenierte am Department of Indian Theatre der Panjab University. Drei Bücher über zeitgenössische indische Theaterschaffende und vier Dissertationen über ihre Arbeit an Universitäten in Indien und Berkeley sind erschienen.
Stefan Dobner ist Kardiologe. Er studierte Medizin in Wien (MD 2004) und promovierte an der University of Cape Town (PhD 2010). Es folgten Postdoc-Forschung an der Harvard Medical School (Brigham and Women's Hospital, 2009–2011) sowie eine Subspezialisierung in innerer Medizin/Kardiologie mit Schwerpunkt Herzinsuffizienz und Transplantation in Hamburg, Innsbruck und Bern (2011–2019). Stefan Dobner erlangte den FMH-Titel Kardiologie (2019) und die Facharztanerkennung (2021), absolvierte einen MSc in Clinical Trials an der University of Oxford (2023) und ist seit 2023 Oberarzt an der Klinik Ottakring in Wien.
Nikolaus Gansterer ist Künstler, Hochschullehrer und Forscher am Department für Transmediale Kunst der Universität für angewandte Kunst Wien. Seine Forschungspraxis ist tief in einem transmedialen und transdisziplinären Ansatz verwurzelt, der auf konzeptuellen Diskursen über performative Visualisierung und kartografische Darstellungen basiert. Seine künstlerische Forschung wurde mit mehreren Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u. a. als Projektleiter zweier PEEK-Förderungen des Österreichischen Wissenschaftsfonds (2014 und 2019) zur Entwicklung von Notationssystemen für Atmosphären, Situationen und Umgebungen. Seit 2007 lehrt er an der Universität für angewandte Kunst Wien. Er ist Vorstandsmitglied des Angewandte Performance Laboratory, Wien, wo er zu performativen Praktiken der Notation und Reflexion forscht. www.gansterer.org
Tanja Traxler ist Quantenphysikerin, Journalistin und Dozentin an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den philosophischen Grundlagen der Quantenphysik und den gesellschaftlichen Auswirkungen von Quantentechnologien. Als Leiterin der Standard-Wissenschaftsredaktion ist sie auch Wissenschaftskommunikatorin und eine der renommiertesten Wissenschaftsjournalist*innen Österreichs. Für ihre Arbeit in der Wissenschaftskommunikation wurde sie mehrfach ausgezeichnet. An der Angewandten verbindet Traxler Quantenphysik mit künstlerischen Praktiken und verfolgt interdisziplinäre Ansätze zwischen Wissenschaft, Philosophie und Kunst.
Evi Jägle studierte Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien und Philosophie an der Universität Wien (VDP – Vienna Doctoral School). Mit dem Performance-Philosophie-Kollektiv Philomation schuf sie Videos, Installationen und Performances. Zu ihren Arbeiten zählen eine Theaterproduktion an den Cammerspielen Leipzig (2022) und Inhabiting the Impossible mit Dans.Kias im WUK (2023). Ausstellungen fanden u. a. in der Fotogalerie im WUK (2021), bei Schmatz (2020) und im Urhof Grünbach (2019) statt, Performances beim Festival [Soundcheck Philosophie] in Leipzig (2018, 2019). Derzeit promoviert sie im FWF-Projekt Philosophie der Kunst : Kunst der Philosophie (PEEK AR-822) an der mdw Wien unter der Betreuung von Univ.-Doz. Dr. Dr. Arno Böhler.
Christoph Müller studierte Philosophie in Leipzig und Wien. Gemeinsam mit dem Performance-Philosophie-Kollektiv Philomation entwickelt er audiovisuelle Arbeiten, die auf Festivals, Ausstellungen und Konferenzen gezeigt werden. Zu den Höhepunkten zählen eine Installation/Performance beim Festival [Soundcheck Philosophie] #5: Am Nerv der Demokratie 2019 sowie Vorführungen essayistischer Experimentalfilme (kunstbasierte Forschung) auf der DRHA-Konferenz 2021 in Berlin (Digital Matters) und auf der Konferenz 2022 des Centre for Continental Philosophy am Royal Holloway, University of London (Unlearning Nihilism). Im November 2022 hatte das Kollektiv mit seiner ersten Bühnenproduktion Premiere an den Cammerspielen Leipzig. Christoph Müller ist derzeit Doktorand im FWF-Projekt Philosophie der Kunst : Kunst der Philosophie (PEEK AR-822) an der mdw in Wien, wo seine Dissertation von Univ.-Doz. Dr. Dr. Arno Böhler betreut wird.
Von & mit cARE (core Artistic Research Ensemble) Arno Böhler, Susanne Valerie Granzer, Aurelio C. Hammer, Jyoti Dogra, Nikolaus Gansterer, Florian Reiners, Sabina Holzer, Johannes Kretz, Patrick Beldio, Stefan Dobner, Tanja Traxler, Yunus Tuncel, Evi Jägle, Christoph Müller Gast Debashish Banerji
Eine Kooperation von cARE (core Artistic Research Ensemble) brut Wien, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (ARC und MDW) und der Universität Wien (Exkursion Ringvorlesung)
Gefördert vom Österreichischen Wissenschaftsfond (FWF). Grant DOI: 10.55776/ AR822
brut nordwest
Nordwestbahnstraße 8-10, 1200 Wien
barrierefrei
Content Notes
Das Publikum bewegt sich frei im Raum, es gibt Sitzmöglichkeiten.
barrierefrei
Nordwestbahnstraße 8-10, 1200 Wien
U-Bahn: U1, U2 (Praterstern), U4 (Friedensbrücke), U6 (Dresdnerstraße) Tram: 5 (Nordwestbahnstraße) Bus: 5A (Wasnergasse)
barrierefrei
nicht barrierefrei
Zieglergasse 25, 1070 Wien
U-Bahn: U3 (Zieglergasse), Tram: 49 (Westbahnstraße / Zieglergasse)
nicht barrierefrei
nicht barrierefrei
Eyzinggasse 12, 1110 Wien
U-Bahn: U3 (Gasometer) Bus: 72A (Gasometer), 76A, 76B (Simoningplatz)
nicht barrierefrei
barrierefrei
Währinger Straße 59, 1090 Wien
U-Bahn: U6 (Währinger Straße / Volksoper), Tram: 40, 41, 42 (Währinger Straße / Volksoper), 5, 33 (Spitalgasse), 37, 38, 40, 41, 42 (Spitalgasse / Währinger Straße)
barrierefrei
Vogelweidplatz 13, 1150 Wien
U-Bahn: U6 (Burggasse-Stadthalle) / Bus: 48A (Moeringgasse) / Tram: 9 (Camillo Sitte Gasse)