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16. Okt

Saisoneröffnung mit Veza Fernández & Tony Wagner, Catol Teixeira & Chaos Clay, Wojciech Grudziński

  • Performative Intervention
  • DJ-Set
  • Party
Eine Person mit rasiertem Kopf, Bart und Ohrring posiert vor grauen, gerasterten Wandpaneelen. Sie trägt einen blau-grau gemusterten Strickpullover und eine dunkle Hose. Ein Bein ist angewinkelt, ein Arm nach oben ausgestreckt und am oberen Bildrand abgeschnitten. Der Blick ist seitlich nach unten gerichtet, die Haltung wirkt konzentriert und tänzerisch.
Wojciech Grudziński
© Marek Zimakiewicz

Veranstaltungsinformationen

Preis

Eintritt frei

Access Friends

brut eröffnet die neue Saison mit gleich zwei neuen Anfängen: Nach vielen Jahren im brut nordwest laden wir euch ein, am frühen Abend zur ersten Saisoneröffnung im 3. Bezirk zu kommen. Gleichzeitig begrüßen wir Tomasz Kireńczuk, den neuen künstlerischen Leiter.

Das Gelände rund um den zukünftigen Spielort, direkt neben der Baustelle, wird zu einem Ort des Zusammenkommens, Feierns und gemeinsamen Vorstellens dessen, was noch kommen wird. Rund um eine Bühnenplattform entsteht ein temporärer Raum für Begegnungen, Performances und geteilte Erfahrungen mit Essen und Drinks.

Inmitten des temporären Raums entfaltet sich THE BALLAD SAT ON YOUR TONGUE, ein klangliches und stimmliches Gewebe von Veza Fernández und Tony Wagner: Violine, Stimme, Noise und atmosphärische Spannung verbinden sich zu einem Gespräch, das durch Sprache hindurch und darüber hinausführt. Was entsteht, ist ein gemeinsamer Hörraum, in dem Klang den Körper berührt, in dem Fleisch und Resonanz in unbekannte Welten driften, gehalten von fragilen Intensitäten.

Catol Teixeira und Chaos Clay transformieren den Ort der Baustelle mit with<3out provisions #2 in einen Raum voller orakelhafter Assoziationen und möglicher Versprechungen. In dieser performativen Intervention entfalten sich Improvisationen aus Bewegung und Sound in stetigen Unterbrechungen und bleiben gleichzeitig offen für fortlaufende Transformation. with<3out provisions #2 ist eine Geste der Erinnerung, die in Landschaften des Nicht-Versprochenen führt und spürbar werden lässt, was vielleicht schon immer da war.

Die performative Intervention von Wojciech Grudziński setzt sich mit dem Körper als Ort auseinander, an dem Geschichte, Hierarchien und Begehren aufeinandertreffen und in Beziehung zu seiner Umgebung treten: Geprägt von seiner Ballettausbildung und seiner Sozialisierung im postkommunistischen Polen untersucht er die in Tanztraditionen eingeschriebenen Hierarchien und ihre Nachwirkungen in der Gegenwart. Seine präzisen, körperlich intensiven Arbeiten greifen auf Archivrecherche und queere Spekulation zurück und holen vergessene und marginalisierte Geschichten in die Gegenwart.

Zwischen den Performances wird der Abend mit Sound von Gawdesque, Seba Kayan und DJ Keshi begleitet. Die Beiträge bewegen sich zwischen poetischen und atmosphärischen Texturen, vokalen Fragmenten und experimentellen Klangpraktiken und stehen im Zeichen von Community Spirit und Empowerment. Im weiteren Verlauf führt uns der Sound in einen Clubkontext und öffnet Raum für gemeinsames Tanzen und Feiern.

Ab 22:00 setzt sich der Abend bei The Nice Guys direkt nebenan mit Party und DJ-Sets fort und somit wird der Abend von draußen nach drinnen verlagert.

Kommt vorbei, trefft alte Bekannte und neue Nachbar:innen und entdeckt gemeinsam mit uns die neue Umgebung von brut Wien!

Termine

  • 16. Okt
    Fr
    18:00
    Eintritt frei

Medien

Nahes Porträt einer Person mit rasiertem Kopf, Bart und Ohrring in einem weißen T-Shirt. Die Person blickt direkt in die Kamera, der Kopf ist leicht nach hinten geneigt. Ein Arm ist unscharf im Vordergrund ausgestreckt, wodurch das Bild eine bewegte, intime Wirkung bekommt. Im Hintergrund sind graue, gerasterte Wandpaneele zu sehen.
Wojciech Grudziński
© Marek Zimakiewicz
Zwei Personen musizieren nah beieinander vor einer schlichten grauen Wand. Im Hintergrund spielt eine Person in dunkler Kleidung Geige und hat den Blick gesenkt. Im Vordergrund hält eine zweite Person ein schwarzes Mikrofon in der Hand, trägt ein rotes Oberteil und neigt den Kopf mit geöffnetem Mund nach hinten, als würde sie singen. Das Bild wirkt weich und intim, mit leicht verschwommenen Rändern und gedämpftem Licht.
Veza Fernández & Tony Wagner
© Hanna Fasching
Zwei Personen bewegen sich eng aneinander gelehnt in einem hellen, schlichten Raum. Eine Person in einem roten Kleid streckt einen Arm weit nach oben, die andere Person in dunkler Kleidung legt einen Arm über den Kopf. Beide haben die Augen geschlossen oder den Blick abgewandt. Die Körperhaltung wirkt wie eine gemeinsame Tanzbewegung, zwischen Spannung, Nähe und Loslassen.
Veza Fernández & Tony Wagner
© Hanna Fasching
Eine Person sitzt auf einem weißen Stuhl vor einer hellen Wand. Die Person trägt eine dunkle Kappe, ein locker sitzendes, dunkel kariertes Hemd, eine silberne Kette und hat ein sichtbares Tattoo am oberen Brustbereich. Die Hände liegen ineinander verschränkt im Schoß, der Blick ist ruhig und direkt zur Kamera gerichtet.
Catol Teixeira
© Catol Teixeira
Eine Person steht an DJ-Equipment vor einer grauen Wand. Die Person trägt eine Sonnenbrille, eine beige, ärmellose Kapuzenjacke mit weißen Nähten und schwarzen glänzenden Ärmeln darunter. Eine Hand liegt auf einem Controller, daneben stehen weitere technische Geräte. Durch Blitzlicht entsteht ein deutlicher Schatten an der Wand.
Chaos Clay
© David Mesa
Eine Person steht in einem kleinen Innenraum neben DJ-Equipment und blickt direkt in die Kamera. Sie trägt Kopfhörer, ein pinkes langärmeliges Oberteil und eine dazu passende pinke Hose mit Cut-outs am Bund. Die Person hat schulterlange Locs, auffälliges Augen-Make-up, Schmuck und ein Bauchnabelpiercing. Im Vordergrund sind unscharf ein DJ-Controller und ein Mischpult zu sehen. An den weißen Wänden hängen Poster, Zeichnungen, Textilien und ein schwarzes Band mit weißer grafischer Linie. Die Aufnahme wirkt spontan und leicht überblitzt, wie ein Schnappschuss in einem Backstage- oder Proberaum.
Gwadesque
© Fadia Hanuna
Eine Person mit langen dunklen Haaren steht im Freien vor hellblauem Himmel. Die Aufnahme ist von unten fotografiert. Die Person trägt einen hellen Anzug mit hochgeschlossenem Oberteil, großen goldenen Creolen und mehreren Ringen. Eine Hand ist erhoben, der Blick ist direkt und ernst in Richtung Kamera gerichtet.
Seba Kayan
© Manuela Larissegger
Eine Person ist in einer nahen Porträtaufnahme vor einem blauen Hintergrund zu sehen. Die Aufnahme ist aus einer leicht niedrigen Perspektive fotografiert, wodurch die Person nach oben aus dem Bild herauszublicken scheint. Sie trägt ein weißes ärmelloses Oberteil, eine silberne Kette und kleine Haarspangen im langen dunklen Haar. Um die Augen sind glänzende Strasssteine und helles Make-up angebracht, die im gedämpften Licht schimmern. Das Gesicht ist weich beleuchtet, während die Ränder des Bildes leicht verschwommen und dunkel wirken. Die Stimmung ist ruhig, konzentriert und atmosphärisch.
DJ Keshi
© Julia Maria Gruber

Beteiligte

Credits

Catol Teixeira & Chaos Clay with<3out provisions #2
Konzept & Performance: Catol Teixeira, Chaos Clay
Produktionsunterstützung: Rabea Grand, Cynthia Naef

Veza Fernández & Tony Wagner THE BALLAD SAT ON YOUR TONGUE
Performance: Veza Ferandez, Tony Wagner
Produktion: mollusca productions

Veza Fernández

Veza Fernández ist eine in Wien lebende Tanz-, Stimm- und Performancekünstlerin. Ihre Arbeit befasst sich mit der Poetik und Politik des stimmlichen Ausdrucks als Ort der Beziehung, der Imagination und der Transformation. Sie verknüpft Gesang, Schreiben, Tanz und Sprechen als körperliche Formen des Studiums, des Experimentierens und der Performance. Ihre Stücke sind einfühlsam und intensiv und erschaffen polyphon eine Ansammlung von Stimmen und Präsenzen, die sich nach Bewegung sehnen und bewegt werden wollen. Ihr Hintergrund umfasst Philologie, Pädagogik, Theater, Musik und zeitgenössischen Tanz – Bereiche, die ihre künstlerische Forschung und Arbeitsweise in der Kunstproduktion und -präsentation auf vielfältige Weise beeinflussen. Ihre Arbeit ist stark lokal verwurzelt und dringt von der Underground-Szene in größere Tanz- und Theaterinstitutionen ein. Sie hat einen Master in Choreografie von der DAS Graduate School (Amsterdam Academy for Theatre and Dance). Ihre Arbeiten wurden unter anderem im brut Wien, im Tanzquartier Wien, in den Sophiensæle Berlin, in der Gessnerallee Zürich, im de Singel Antwerpen und in der La Casa Encendida Madrid gezeigt. www.vezafernandez.com

Tony Wagner

Tony Wagner (er/keine Pronomen) ist Musiker:in und Künstler:in und arbeitet an der Schnittstelle von Avantgarde-Komposition, experimentellem Sound und transdisziplinärer Performance. Die künstlerische Praxis umfasst Solo-Kompositionen unter dem eigenen Namen, Kollaborationen mit dem Duo Snake Boots und dem Kollektiv Transformative Narratives sowie Soundtracks und Soundarbeiten für Film, Theater und Performance. Tony Wagners Kompositionen wurden in diversen Performances, Theater- und Experimentalmusik-Kontexten präsentiert. Neben der künstlerischen Tätigkeit engagiert sich Tony Wagner auch in der Wiener Musikszene als Mitbetreiber:in des Labels Tender Matter.

Catol Teixeira

Catol Teixeira ist Tänzer:in und Choreograf:in und lebt zwischen Genf und Rio de Janeiro. In Porto Alegre geboren und in Rio aufgewachsen, entwickelt Catol Teixeira eine choreografische Praxis, die auf Übersetzungen, Übergängen und Akte der Anrufung basiert. Dey studierte zeitgenössischen Tanz an der La Manufacture in Lausanne sowie im Programm Work.Master an der Haute école d’art et de design Genève (HEAD). Die Choreografien wurden u. a. im Pavillon ADC (Genf), am Théâtre Vidy-Lausanne, im Tanzquartier Wien, beim Festival Actoral (Marseille), beim Santarcangelo Festival und beim Festival d’Avignon gezeigt. Die Arbeit erforscht Formen des Zusammenlebens und der Beziehung durch kollaborative Prozesse sowie kuire („queere“) und trans-(dis)orientierte Perspektiven.

Chaos Clay

Chaos Clay ist in Marseille lebende Künstler:in, Kurator:in, DJ und Produzent:in. In der eigenen Praxis schafft Chaos Clay Zeit-Räume für vielfältige und fluide Verkörperungen und untersucht die kulturellen Produktionen queerer und rassifizierter Communities durch Klang, Performance und Installation. Die Arbeit verbindet theoretische und populäre Formen des Wissens aus einer afrofuturistischen Perspektive. Chaos Clay hat einen Masterabschluss in CCC – Critical Curatorial Cybermedia Studies von der Haute école d’art et de design Genève (HEAD) und einen Bachelor in bildender Kunst von der Royal Academy of Fine Arts in Brüssel und präsentierte Arbeiten u. a. im Haus der Kulturen der Welt (Berlin), im Swiss Institute (New York) und im Arsenic – Centre d’art scénique contemporain (Lausanne).

Wojciech Grudziński

Wojciech Grudziński ist ein polnischer Künstler, Choreograf und Tänzer und lebt und arbeitet zwischen Warschau und Amsterdam. In seiner künstlerischen Praxis untersucht er Machtverhältnisse in Theater und Tanz und beschäftigt sich mit Gesten, Gewohnheiten und den sozialen Bedingungen, die Bewegung und unsere Wahrnehmung des Körpers prägen. Er studierte an der Staatlichen Ballettschule Warschau, CODARTS Rotterdam und am DAS Theatre Amsterdam. Seine jüngste Arbeit CUTE & AWKWARD wurde 2026 beim ImPulsTanz Festival gezeigt. Er ist Associated Artist am Frascati in Amsterdam.

Gawdesque

Gawdesque lebt in Wien und feiert mit deren Musik afrikanisches Erbe und dessen globale Verzweigungen. Dey verbindet Genres west- und südafrikanischen Ursprungs mit den musikalischen Traditionen der afrikanischen Diaspora in Nord- und Südamerika sowie der Karibik zu einem eklektischen Klangmix, der Gemeinschaftsgeist stiftet, die Wirbelsäule geschmeidig macht und zum ausgelassenen Tanzen einlädt. Gemeinsam mit JTiwa ist Gawdesque Resident-DJ der Wiener Afro-Eventreihe Vinity. Deren Sound war bisher u. a. beim Klub Halal x Wiener Festwochen 2026, bei der Eröffnungsfeier der WIENWOCHE 2025, bei TRANS-DIMENSIONAL 2025, beim donauinselfest 2024, beim YOUKI Festival 2024 und beim eddy Festival 2024 zu hören. Der Künstler:innenname Gawdesque ehrt die Kraft des kreativen Geistes – „the god-esqe in us“ – und dient als persönliche Affirmation dessen.

Seba Kayan

Seba Kayan ist Musikproduzentin, DJ und unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ausgehend von ihrem kurdischen Erbe und ihrer Sozialisierung in Österreich entwickelt sie elektronische Musik, die diasporische Klangtraditionen mit zeitgenössischer Clubkultur verbindet. Ihre Arbeit hinterfragt vom Westen dominierte Narrative elektronischer Musik, indem sie Sound aus Südwestasien, Nordafrika und Anatolien in Techno- und Rave-Kontexte einwebt. Sie war 2026 für den Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Electronic/Dance nominiert und tritt international bei Festivals, in Clubs und in Kulturinstitutionen auf, darunter das donaufestival, die Jupiter Disco (New York), die Grelle Forelle und das Austrian Cultural Forum in New York.

DJ Keshi

DJ Keshi ist eine in Wien lebende DJ mit iranisch-kurdischen Wurzeln, die sich zwischen Underground-Clubkultur und experimentellen Sound-Zugängen bewegt. Ihre genre-fluide Sets führen durch basslastige Clubkontexte, Breakbeats, atmosphärische Texturen und Vocal-Fragmente und verbinden diese zu dynamischen, sich verschiebenden Erzählungen. Geprägt von Themen wie Verdrängung, Widerstand und Zugehörigkeit verbindet ihre Arbeit fragmentierte Erinnerungen mit kollektiver Erfahrung und dem emotionalen Spektrum der Tanzfläche. Dabei begreift sie die Tanzfläche als Raum der Begegnung und Befreiung, wo Körper sich frei bewegen, in Verbindung treten und Kollektivität durch Sound erleben können.

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