Über uns
brut ist eine Produktions- und Spielstätte für performative Künste in Wien und gehört seit seiner Gründung im Jahr 2007 zu den prägenden Häusern der freien Performance-, Tanz- und Theaterszene. Das brut-Programm steht für Experiment und Interdisziplinarität und präsentiert die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der freien Szene. Neben Produktionen im Theaterraum realisiert brut Wien auch ortsspezifische Projekte und legt einen Fokus auf künstlerische Schaffensprozesse, Dialog mit der Stadt, Kooperation mit benachbarten Kunstdisziplinen, theoretische Reflexionen und nimmt eine Vorreiterrolle in Sachen Barrierefreiheit im Theater ein.
Zahlreiche Künstler:innen aus Wien und Österreich begleitet brut seit langem als Koproduktionspartner. Zahlreiche Produktionen von brut sind internationale Koproduktionen und werden auf renommierten Festivals gezeigt und touren durch Theater in Europa. Auch umgekehrt setzt brut mit internationalen Gastspielen in Wien inhaltliche Impulse, realisiert Koproduktionen mit Künstler:innen aus ganz Europa und engagiert sich in der kontinuierlichen Arbeit in EU-Netzwerken.
Geschichte
Künstlerhaus: Vom Ausstellungshaus zur freien Bühne
Das Wiener Künstlerhaus wurde 1868 als Gesellschafts- und Ausstellungszentrum der ältesten noch bestehenden Künstler:innenvereinigung Österreichs erbaut. Ab 1882 wurde der historische Bau der Ringstraßenzeit um zwei Seitenflügel vergrößert, um den notwendigen Raum für die erste große internationale Kunstausstellung zu schaffen. 1949 wurde im linken Seitenflügel, ursprünglich der Deutsche Saal, ein Kino eröffnet. Mehr als 20 Jahre später wurde im September 1972 der rechte Flügel, ehemals Französischer Saal, zur Errichtung eines Theaters vermietet. Bis 1985 beherbergte der rechte Flügel des Künstlerhauses das Komödiantenhaus-Theater. 1987 scheiterte eine Initiative zur Neubespielung des Theaters als Politische Bühne Künstlerhaus an der Entscheidung der damaligen Kulturstadträtin Ursula Pasterk, die beschloss, das Theater im Künstlerhaus unter dem Namen dietheater – gemeinsam mit dem ebenfalls leerstehenden Theater im Konzerthaus – allen freien Gruppen zur Verfügung zu stellen.
dietheater: Eine Bühne für die freie Szene
Als gemeinsames Dach für das Künstlerhaus- und das Konzerthaus-Theater wurde am 31. Jänner 1989 das dietheater in Trägerschaft des Theaterverein Wien unter der künstlerischen Leitung und Geschäftsführung von Christian Pronay gegründet. Von 1989 bis 2007 war dietheater eine Spielstätte für österreichische, freie Theatergruppen und zeigte vorrangig Produktionen von Wiener Künstler:innen. Mit dem jährlichen Festival imagetanz bot das dietheater auch der Wiener Tanzszene eine wichtige Plattform.
brut Wien: Die Gründung eines internationalen Koproduktionshauses
Im Sommer 2006 wurde vom Theaterverein Wien die Künstlerische Leitung für die beiden Spielstätten im Künstlerhaus und Konzerthaus neu ausgeschrieben. Die Gründungsintendanten von brut waren Thomas Frank und Haiko Pfost, deren Intendanz für die Umstrukturierung von brut in ein international agierendes Koproduktionshaus für die freie Performance-, Tanz- und Theaterszene steht. Von 2007 bis 2015 entstanden zahlreiche österreichische Produktionen am Haus, zusätzlich wurden internationale Gastspiele sowie Konzert- und Partyformate präsentiert und veranstaltet.
brut all over Vienna: Die ganze Stadt wird zur Bühne
Von Herbst 2015 bis Ende der Saison 2025/26 übernahm Kira Kirsch die Künstlerische Geschäftsführung. Nachdem der Auszug aus der Hauptspielstätte im Künstlerhaus wegen Generalsanierung im Jahr 2017 erfolgen musste, lag der Fokus von brut stark auf der Realisierung von Produktionen an wechselnden temporären Spielstätten, ortsspezifischen Projekten, dem Dialog mit der Stadt, prozessorientiertem Arbeiten und Kooperationen mit Institutionen aus benachbarten Disziplinen. Unter dem Slogan brut all over Vienna bespielte brut rund 100 Orte in 19 Wiener Gemeindebezirken. Zudem generalsanierte brut die Spielstätte in der Zieglergasse 25 im 7. Bezirk und benannte sie in studio brut um. Von März 2021 bis Saisonende 2025/26 fand brut Wien in der Nordwestbahnstraße 8–10 im 20. Bezirk eine temporäre Spielstätte und verwandelte die zwischengenutzte Industriehalle in einen lebendigen Theaterraum mit dem Namen brut nordwest.
House of Performing Arts: Ein neues Theater für brut in Neu Marx
Im Jahr 2019 wurde klar, dass der Rückzug ins Künstlerhaus aufgrund der stark gestiegenen Sanierungskosten unmöglich ist. Im September 2020 entschied sich die Frage nach einem neuen fixen Standort: Die Stadt Wien saniert das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Zentralbankzweigstelle St. Marx (Karl-Farkas-Gasse 16) im 3. Bezirk und lässt dieses zur Theaternutzung umbauen. Voraussichtlich im Herbst 2027 werden dort erste größere Bühnenproduktionen sowie das imagetanz Festival 2027 zu erleben sein. Von Herbst 2026 bis zur Eröffnung der neuen Spielstätte in der Karl-Farkas-Gasse 16 – dem House of Performing Arts – bespielt brut wechselnde temporäre Orte vorrangig im 3. Bezirk, in der unmittelbaren Umgebung des neuen Theaters, und das studio brut in der Zieglergasse 25 im 7. Bezirk. Darüber hinaus wurden von brut Wien bereits jetzt in der Karl-Farkas-Gasse 18, 1030 Wien Büroräumlichkeiten angemietet.
Seit 2024 ist Stephanie Höltschl Kaufmännische Geschäftsführerin von brut Wien, im Juli 2026 übernahm Tomasz Kireńczuk die Künstlerische Geschäftsführung.
Die finanzielle Hauptförderung von brut erfolgt durch die Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7). brut ist eine gemeinnützige GmbH, die Künstlerische Geschäftsführung wird von der:dem amtsführenden Wiener Kulturstadträt:in nach Empfehlung des Wiener Theatervereins bestellt.