Sunggu Hong Raised by the Chronic; Beyond, the Moth

14.–16. Nov
Eine rechteckige Deckenleuchte leuchtet in einem dunklen Raum. Hinter der milchigen Abdeckung sind mehrere Schatten von motten- oder insektenähnlichen Formen zu erkennen. Das reduzierte Bild konzentriert sich auf Licht, Schatten und die zarten Umrisse der kleinen Körper.
Sunggu Hong – Raised by the Chronic; Beyond, the Moth

Veranstaltungsinformationen

Preis

22 / 18 / 14 Euro

Dauer

60 Min.

Sprache

Englisch

Content Notes

Wer performt in diesem Raum? Mensch, Maschine, Licht oder sogar die Eingangstür? In dieser Performance teilen sich alle menschlichen und nicht-menschlichen Akteur:innen Zeit und Raum: wartend, bewegend, aufeinander reagierend und sich dabei ständig störend. Aus Fragmenten von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie entstehen seltsame Momente. Dabei erzählt Sunggu Hong Geschichten über unsere komplexen Beziehungen und das Zusammenleben und stellt dabei die Fragen: Was sind wir? Und wie prägen wir einander?

Wie prägen wir einander im Miteinander?
Das Research-Projekt Raised by the Chronic; Beyond, the Moth beschäftigt sich aus dekolonialer Perspektive mit den komplexen Beziehungen zwischen Menschen und nicht-menschlichen Akteur:innen.

Sunggu Hong untersucht ein Geflecht gegenseitiger Abhängigkeiten: Wir beeinflussen einander nicht nur durch Liebe und Fürsorge, sondern auch durch Disziplin, Verletzung und Zerstörung. Die Performance betrachtet die vielfältigen Einflüsse, die unser Sein und unser Verhältnis zur Welt formen und befragt kritisch Vorstellungen des Zusammenlebens.

Eine zentrale Referenz der Performance ist Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie. Mit ihren Idealen von Freude und universellem Humanismus hat sie Generationen von Menschen geprägt. Das Hören dieser ikonischen, westlichen Sinfonie am Bahnhof in Seoul führte Sunggu Hong zu der Überlegung: Wie lässt sich diese Sinfonie unter den heutigen, komplexen Bedingungen des Miteinanders neu erzählen?

Sunggu Hong verbindet diese Frage mit Überlegungen zu Erziehung, Verantwortung und Technologie. In einer zunehmend von KI geprägten Gesellschaft befragt Sunggu Hong, wer und was Werte in der Zukunft vermittelt und wie technologische Entwicklung zukünftige Generationen beeinflussen wird.

In Raised by the Chronic; Beyond, the Moth teilen sich Mensch, Maschinen und Objekte Zeit und Raum. So entsteht ein vielschichtiges Bild von Zusammenleben, in dem Verantwortung und Abhängigkeit stets neu ausgehandelt werden.

Termine & Tickets

Medien

Eine lange, fast leere Bahnhofspassage mit glänzendem Fliesenboden, Glaswänden und roten Türgriffen. Über dem Durchgang hängen blaue und weiße Wegweiser mit koreanischen und englischen Beschriftungen zu verschiedenen Gleisen und Stationen. In der Mitte führt ein taktiles Leitsystem durch den Raum, in der Ferne sind einzelne Personen zu sehen.
Sunggu Hong – Raised by the Chronic; Beyond, the Moth
© Sunggu Hong
Eine Collage aus Fotografie, Objekt und Zeichnung: Oben ist ein dunkler Innenraum mit einem mechanisch wirkenden Objekt zu sehen, dessen helle Flügel oder Blätter einen deutlichen Schatten werfen. Darunter befinden sich skizzenhafte Zeichnungen von kleinen, körperartigen Figuren sowie eine kleine farbige Motte. Das Bild verbindet technische, körperliche und insektenhafte Formen zu einer offenen visuellen Recherche.
Sunggu Hong – Raised by the Chronic; Beyond, the Moth
© Sunggu Hong
Ein kleines, fragiles Objekt steht allein auf einem grauen Boden in einem hellen Raum mit Holzvertäfelung und weißem Vorhang. Die skulpturale Figur besteht aus verschiedenen Materialien, darunter dünne Stäbe, Kabel, Blätter, kleine Fundstücke und ein heller, gerippter Körper mit Augen. Das Objekt wirkt wie eine hybride, fantasievolle Kreatur zwischen Pflanze, Insekt und Maschine.
Sunggu Hong – Raised by the Chronic; Beyond, the Moth
© Sunggu Hong
Eine alte, sepiafarbene Fotografie liegt leicht schräg auf einer hellen Oberfläche. Darauf ist ein Kind in dunkler Kleidung zu sehen, das ruhig in Richtung Kamera blickt. Die Aufnahme wirkt weich, etwas verblasst und dokumentarisch, wie ein persönliches Erinnerungsbild aus einem Archiv oder Familienalbum.
Sunggu Hong – Raised by the Chronic; Beyond, the Moth
© Sunggu Hongs Mutter
„(...) one cannot ‘unsettle’ the ‘coloniality of power’ without a redescription of the human outside the terms of our present descriptive statement of the human, Man, and its overrepresentation (...).“
Sylvia Wynter, Unsettling the Coloniality of Being/Power/Truth/Freedom, S. 286.

Beteiligte

Credits

Konzept & Performance: Sunggu Hong
Dramaturgische Beratung: Asher Ó’Gormán
Bühne & Sound: Sunggu Hong
Musik: Koreanische Musik aus der Zeit der japanischen Kolonialherrschaft
Outside Eye: Stefanie Sourial, Jiyeon Choe, Yi-um collective

Eine Koproduktion von Bears in the Park, brut Wien und WUK performing arts
Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7), dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) und Bildrecht
Unterstützt von Yusu Seogo (유수서고), Akakiko und dem Koreanischen Kulturzentrum in Österreich im Rahmen des Programms K_on_temporary

Unterstützt von

Sunggu Hong

Sunggu Hong, geboren in Seoul, arbeitet im Bereich der bildenden und darstellenden Kunst in Wien. Er studierte performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. „Beziehung“ ist ein zentrales Konzept in seiner künstlerischen Praxis. Ausgehend davon fragt er, wie wir innerhalb von voneinander abhängigen, verflochtenen und komplexen Beziehungen zusammenleben können/sollen und warum Ausgrenzung und Hass in diesen komplexen Beziehungen entstehen.

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