12.–13. Nov

Els van Houtert Necessarium

12.–13. Nov
Eine Person beugt sich über ein weißes Waschbecken in einem Badezimmer. Im schmalen Spiegel über dem Waschbecken ist der nach vorne geneigte Kopf zu sehen; das Gesicht bleibt verborgen. Die Person trägt ein weißes ärmelloses Oberteil, im Haar steckt ein heller Haargummi oder Clip. Auf der Schulter ist ein Tattoo sichtbar. Neben dem Waschbecken stehen ein Seifenstück auf einer kleinen Schale, ein Becher mit Zahnbürsten, Scheren und weiteren Pflegeutensilien. Auf dem Rand des Waschbeckens liegt ein kleines Büschel Haare. Die Szene wirkt ruhig, intim und alltäglich, mit kühlen hellen Farben und einem sachlichen Bildausschnitt.
Els van Houtert – Necessarium
© Francesco Dipierro

Veranstaltungsinformationen

Preis

22 / 18 / 14 Euro

Dauer

45–55 Min.

Sprache

Englisch, Deutsch und Niederländisch

Content Notes

Necessarium handelt von den kleinen Ritualen, die Teil unseres Alltags sind. Es sind Routinen, die wir so oft ausführen, dass sie uns kaum noch bewusst sind. Wir entwickeln Beziehungen zu gewöhnlichen Gegenständen, Räumen und Gewohnheiten. Sie mögen belanglos wirken, doch sie tragen Erinnerungen, Wünsche und persönliche Geschichten in sich. Die Solo-Performance verwandelt das Badezimmer in einen Ort des Rituals, der Berührung und Verwandlung. Dabei untersucht Els van Houtert die verschiedenen Bedeutungsebenen des Badezimmers und erforscht, wie wir uns verhalten, wenn niemand zusieht.

Du und ich teilen eine intime Verbundenheit: Wir singen miteinander und spiegeln einander. Du nimmst die Flüssigkeiten auf, die ich freisetze, und meine Hände gleiten über deine kalten, glatten Oberflächen. In dir glaube ich, mich selbst zu sehen. Was ich dir zeige, ist das, was ich zu enthüllen wage. Ich präsentiere dir meine Zukunft, meine Vergangenheit, meine Queen. Du entwirrst mir sanft das Haar. Was siehst du?

Necessarium untersucht die kleinen Rituale und Routinen, die wir so oft wiederholen, dass sie den Alltag leise strukturieren, während sie nahezu unsichtbar bleiben. Durch Wiederholung entwickeln wir intime Beziehungen zu vertrauten Objekten und Räumen. Was unscheinbar wirkt, spiegelt Erinnerungen, Fantasien und Realitäten wider und eröffnet existenzielle Räume für Fragen nach Identität, Begehren und Selbstbild, die wir im Stillen aushandeln: Wer wollen wir sein? Was sind wir bereit preiszugeben und – vielleicht noch wesentlicher – was wollen wir verbergen?

Die Solo-Performance verwandelt das Badezimmer – vermutlich einer der privatesten Räume – in einen Ort des Rituals und der Transformation. Es scheint einer der wenigen Orte zu sein, an denen Intimität ohne Zeug:innen oder Erwartungen entstehen kann. Els van Houtert bringt dieses zutiefst persönliche Thema auf die Bühne, indem sie Intimität in der Anwesenheit anderer erforscht. Dabei untersucht sie, wie wir durch Dynamiken des Zeigens und Verbergens geprägt werden. Innerhalb dieses Spannungsfelds fragt sie: Wie verhalten wir uns, wenn niemand zuschaut? Was weiß das Badezimmer, das der Rest der Welt nicht weiß?

Termine

  • 12. Nov
    Do
    19:00
  • 13. Nov
    Fr
    19:00

Medien

Beteiligte

Credits

Von und mit: Els van Houtert

Eine Koproduktion von Bears in the Park, brut Wien und WUK performing arts
Gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) und dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).

Els van Houtert

Els van Houtert (sie/ihr) ist eine in Wien lebende Performancekünstlerin und künstlerische Forscherin. Ihre Arbeit untersucht verkörperte Erfahrung und alltägliche Begegnungen mit der materiellen Welt aus einer phänomenologischen Perspektive. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Keramik, Installation und Text und hat einen Hintergrund in Religionsanthropologie. Dabei richtet sie ihr Augenmerk auf gelebte Erfahrung und rituelle Praxis. Sie schafft interaktive, sinnliche Arbeiten, die zu Reflexion und Austausch einladen.

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