Durch ein geöffnetes Fenster mit Blumenkasten blickt man in einen kleinen Raum, in dem zwei Figuren stehen oder sitzen. Draussen reicht ein Holzzaun bis zu einem Feld, über dem die Sonne tief am Horizont steht. Das Haus aus rotem Backstein, die Vorhänge und das warme Licht erzeugen eine ländliche, beinahe idyllische Stimmung, die durch die künstlich wirkenden Figuren leicht verfremdet wird. Die Szene verbindet häusliche Intimität mit einer konstruierten, virtuellen Landschaft.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) – Auflösung
© DARUM

News

Nestroy-Nominierungen für DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) und Myassa Kraitt

Mit großer Freude dürfen wir gleich zwei Nominierungen für den Nestroy 2026 verkünden: DARUM in der Kategorie Beste Regie und Myassa Kraitt für den ORFIII-Publikumspreis.

Das Duo DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) sind mit ihrer brut-Koproduktion Auflösung (uraufgeführt im April 2026 im brut Wien) für Beste Regie nominiert. Zudem kann von 09. bis 20. November für Myassa Kraitt, auch bekannt als KDM Königin der Macht, für den Nestroy-ORF-III-Publikumspreis abgestimmt werden. Zuletzt war sie 2024 mit der Uraufführung von The Last Feminist im brut zu Gast. 2027 kehrt die Produktion für eine Wiederaufnahme zurück. Wir drücken die Daumen!

Quelle

Künstler:innen

DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche)

DARUM schafft unter der künstlerischen Leitung des Regieduos Victoria Halper & Kai Krösche seit seiner Gründung 2019 Performances, Installationen, Filme sowie Werke der Ton-, Video- und Medienkunst über Themen, die uns nachts nicht schlafen lassen. DARUMs Performances wurden viermal für den Nestroy-Theaterpreis nominiert und zweimal (2023 und 2025) mit dem Nestroy-Spezialpreis ausgezeichnet. Die in Koproduktion mit dem brut Wien entstandene Virtual-Reality-Performance [EOL]. End of Life wurde als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des Jahres 2024 zum Berliner Theatertreffen, zum Impulse Theater Festival, zum Festival Politik im Freien Theater sowie zu zahlreichen weiteren renommierten Festivals eingeladen und wird weiter auf Tour sein. 2025 wurden Victoria Halper & Kai Krösche für ihre Arbeit im Kontext von DARUM mit dem österreichischen Outstanding Artist Award in der Sparte Darstellende Kunst ausgezeichnet.

Myassa Kraitt

Myassa Kraitt ist Performancekünstlerin, Rapperin, Regisseurin und Sozialanthropologin. Ihre Arbeiten befassen sich mit direkten und indirekten Formen von Gewalt: Epistemiziden, Kolonialität, Patriarchat und Nekropolitik sowie antidiskriminierenden künstlerischen Praktiken. In ihrem multidisziplinären performativen Rap-Projekt namens KDM – Königin der Macht verbindet sie die Genres Rap und Performance und eröffnet queer-feministische und anti-/dekoloniale Diskurse und Vorträge auf Musikbühnen.  

Zwei Personen posieren vor einem grünen Hintergrund. Eine sitzt auf einem roten Stuhl, die andere steht daneben. Im Bild ist kein Text enthalten.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche)
© Apollonia Theresa Bitzan
An einem großen Arbeitstisch in einem improvisiert wirkenden Raum beugt sich eine Person mit lockigem, grau meliertem Haar über Werkzeuge, Kabel und technische Geräte. Gegenüber sitzt oder steht eine zweite Person mit dem Rücken zur Kamera und hört zu. Auf dem Tisch liegen unter anderem VR-Headsets, Controller, Kabel, Klebeband und weitere Bauteile. Im Hintergrund hängen dunkle Stoffe und transparente Folien vor blauen Fensterflächen.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) – Auflösung
© Christine Miess
In einer unterirdisch wirkenden Halle steht eine Haltestelle mit den Schildern „AUTOBUS HALTESTELLE“ und „STRASSENBAHN HALTESTELLE“. Daneben lehnt eine menschliche Figur locker an einer beleuchteten Werbefläche, während links eine stilisierte violette Figur aus dem Haltestellenhäuschen herausragt. Im Hintergrund sind eine Treppe, ein kleines Wasserbecken oder Brunnen und massive architektonische Elemente zu sehen. Die Szene wirkt wie eine seltsame, traumhafte Mischung aus öffentlichem Verkehr und künstlicher Unterwelt.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) – Auflösung
© DARUM
Ein Blick durch mehrere schmale Durchgänge in einen hellen, begehbaren Innenraum. Rechts steht eine Person in einem dunklen, ärmellosen Outfit in einer Nische, das Gesicht im Seitenprofil vom Licht getroffen, eine Hand nachdenklich am Kinn. An der Wand neben der Person hängt ein Textblatt mit der Überschrift „ORIENTIERUNG & STRUKTUR“, darüber leuchtet eine kleine rote Wandlampe. Links sind Regalbretter mit kleinen Objekten und ein langes Pendel oder Gewicht an der Wand zu sehen.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) – Auflösung
© Christine Miess
Ein enger Flur ist mit schwarz-gelben Absperrbändern überkreuzt, als wäre der Zugang gesperrt oder provisorisch gesichert. An den Seiten sind Türen mit roten Lichtpunkten zu sehen, die Wände zeigen Spuren von Feuchtigkeit oder Abnutzung. In der Mitte blickt man wieder auf eine Glastür und einen sich wiederholenden Korridor dahinter. Die Szene erinnert an einen verlassenen oder beschädigten institutionellen Innenraum.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) – Auflösung
© DARUM
Das Bild zeigt eine Person mit VR-Brille und Kopfhörern in einem schlicht eingerichteten Raum. Die Person hält einen Controller in der Hand und steht neben einem ungemachten Bett mit weißen Decken und Kissen. Über dem Bett hängt ein Haltegriff, an der Wand ist ein Kreuz angebracht. Im Bild ist kein Text enthalten.
DARUM (Victoria Halper & Kai Krösche) – Auflösung
© Christine Miess

Über Auflösung

In Auflösung schicken Victoria Halper & Kai Krösche ihr Publikum durch eine sich ständig verändernde und im Zerfall befindliche Architektur. Diese Reise in die Finsternis an der Schnittstelle von Performance und Installation geht mit den Mitteln von Immersion und Virtual/Mixed Reality der Frage nach, was passiert, wenn wir mehr als je zuvor Orientierung und Hilfe brauchen – und niemand mehr da ist, um unsere Hand zu halten. Auflösung ist eine immersive Konfrontation mit einer gesellschaftlich ignorierten Tatsache: Irgendwann sind wir alle auf Unterstützung angewiesen, wenn wir es allein nicht mehr schaffen.

 

Jury-Begründung

Sonja Harter, Teil der Nestroy-Jury, begründet die Entscheidung für die Nominierung wie folgt:
„In Auflösung beweist das Regieduo Victoria Halper und Kai Krösche (DARUM) nach der höchst erfolgreichen und mit einem NESTROY-Spezialpreis ausgezeichneten Produktion [EOL] erneut seine Ausnahmestellung im zeitgenössischen, immersiven Theater. Im Zentrum von Auslöschung steht die Frage nach der Zukunft des Alterns: Was passiert, wenn einen vertraute Strukturen im Stich lassen und bekannte Wege nicht mehr existieren? Gebannt verfolgt man – ausgestattet mit einer VR-Brille – einen dystopischen Parcours durch ein virtuell generiertes Altersheim, in dem sich die Perspektiven unablässig verschieben und die Bewohner:innen schließlich auf virtuelle Reisen geschickt werden. Dem Duo ist mit Auflösung erneut ein beeindruckendes VR-Stück gelungen, das in seiner technischen Ausgereiftheit überrascht und verdeutlicht, wie rasch sich die Technologie entwickelt – und was damit möglich ist.“

Das Bild zeigt mehrere Personen auf einer dunkel beleuchteten Bühne. Im Zentrum singt eine Person mit Mikrofon, während weitere Personen im Hintergrund in Bewegung sind. Warmes Gegenlicht erzeugt lange Schatten auf dem Boden.
Myassa Kraitt – The Last Feminist
© Hanna Fasching
Das Bild zeigt vier Personen auf einer Bühne. Im Vordergrund singt eine Person mit Mikrofon, während drei weitere Personen dahinter in kraftvollen Posen stehen und sich bewegen.
Myassa Kraitt – The Last Feminist
© Hanna Fasching
Das Bild zeigt acht Personen in einer Reihe auf einer Bühne. Die Person im Vordergrund hält ein Mikrofon, während die übrigen Personen verteilt dahinter stehen. Die Szene ist dunkel und warm von hinten beleuchtet.
Myassa Kraitt – The Last Feminist
© Hanna Fasching
Das Bild zeigt drei Personen in einer dynamischen Bühnenszene. Im Vordergrund tanzt eine Person in schwarzer Kleidung und einem hellen Korsett, daneben bewegen sich zwei weitere Personen in dunklen und gemusterten Kostümen.
Myassa Kraitt – The Last Feminist
© Hanna Fasching
Das Bild zeigt eine Person in Nahaufnahme auf einer Bühne. Sie trägt ein helles Korsett, schwarze Kleidung und auffälligen Schmuck. Starkes Gegenlicht erzeugt helle Lichtreflexe im Bild.
Myassa Kraitt – The Last Feminist
© Hanna Fasching
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